Alexander Biber: Rede beim Martinsgansessen 2026

07.11.2026

Beim Martinsgansessen der CDU Troisdorf am 6. November 2026 sprach unser Stadtverbandsvorsitzender Alexander Biber über die wirtschaftliche Entwicklung, die Handlungsfähigkeit unserer Stadt und die Situation in der Innenstadt. Hier dokumentieren wir seine Rede im vollständigen Wortlaut.
 

"Liebe Gäste, liebe Freundinnen und Freunde,

und liebe Mitglieder unserer Troisdorfer CDU,

schön, dass Sie alle hier sind, dass Ihr alle hier seid!

Zu Beginn, da möchte ich allen herzlich danken, die dieses schöne Ambiente hier organisiert und vorbereitet haben, und allen, die jetzt hier mithelfen! So eine tolle Veranstaltung macht immer mehr Arbeit, als man mit bloßem Auge sieht.

Herzlichen Dank allen, die das hier möglich machen. Stellvertretend nenne ich Barbara Schwartz, vielen hier bekannt und vertraut als Ortsvorsteherin von Spich, und ich nenne Simone Duggan, auch im Vorfeld dieser Veranstaltung wieder ein unermüdlicher Aktivposten.

Und wie Sie sehen, ist die Deko in diesem Jahr besonders schön. Dafür danke ich unserem Troisdorfer Ratsmitglied und Top-Floristen Jakob Becker herzlich!

Ebenso bedanken möchte ich mich bei Guido Krüper und seinem Team, die uns auch in diesem Jahr wieder mit ihrem guten Essen und ihrem freundlichen Service bewirten.

Und natürlich möchte ich mich bei Lina Schramm bedanken für die schöne, stimmungsvolle Musik, die wir gleich hören dürfen.

Mit der Dankbarkeit und der guten Stimmung, meine Damen und Herren, da ist es im Moment so eine Sache, wenn man auf unser Land schaut. Aktuell überwiegen bei den Menschen eher die Sorgen, dass das eigene Leben irgendwann nicht mehr bezahlbar ist.

Deutschland ist immer noch, hinter den USA und China, die drittgrößte Wirtschaftsnation der Welt. Wir, das kleine Deutschland.

Dennoch spiegelt die Stimmung in unserem Land das aktuell kaum wider. Und das ist auch nachvollziehbar. Wer an seine Heizkosten denkt oder an die Sprit-Preise an den Tankstellen, der macht sich zurecht Sorgen.

Aktuell versucht die Bundeswirtschaftsministerin, Katharina Reiche, den Energiemarkt an die Realitäten von Angebot und Nachfrage heranzuführen.

Die Ampelregierung hatte ja das Angebot künstlich verknappt und wichtige Energiequellen versiegen lassen beziehungsweise künstlich verteuert.

Die Folgen spüren wir bis heute. Diese Suppe muss Friedrich Merz jetzt auslöffeln. Ich bin mir bewusst darüber, dass der Kanzler in seiner Kommunikation oft sehr unglücklich agiert, um es einmal vorsichtig zu sagen.

Aber er versucht, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die deutsche Wirtschaft wieder auf Kurs kommen kann. Es wird natürlich dauern, bis die Erfolge noch klarer zu sehen sind. Das ist, wie wenn man einen großen schweren Tanker, der zu weit nach links geschlingert ist, wieder auf den richtigen Kurs bringen muss.

Die Ampelregierung hat ja sogar geschafft, dass wir in Deutschland vom Strom-Exporteur zum Strom-Importeur geworden sind. Habeck, Scholz und wie sie alle hießen, sie haben Deutschland ins wirtschaftliche Abseits manövriert, zur ökonomischen Lachnummer in der Welt gemacht.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Umweltschutz und faire Arbeitsbedingungen sind wichtige Anliegen.

Aber die eigene Wirtschaft niederzumetzeln, um irgendwelchen Weltverbesserungsfantasien nachzuhängen, das hatte dieses Land bis zur Ampel noch nicht erlebt.

Übrigens erleben wir das im Kleinen auch bei uns in Troisdorf. Die größte Fähigkeit von Sozialisten bleibt eben, das Geld anderer Leute für die eigene Ideologie auszugeben ohne sich zu fragen, wo neues Geld herkommen soll.

Mit Sozialismus lässt sich aber kein Wohlstand machen. In der vergangenen Woche war ich als Bürgermeister mit einer kleinen Wirtschaftsdelegation im Kosovo. Ein junges Land, auch, was die Bevölkerung angeht. Die jungen Leute dort sind hoch motiviert, sich etwas aufzubauen, und ihr Land aufzubauen. Eine Aufbruchstimmung, wie ich mir vorstelle, dass sie in den Wirtschaftswunderjahren auch hier bei uns geherrscht haben muss.

Was mir Hoffnung macht: Genau diesen Mut, diese Tatkraft, die sehe ich an vielen Stellen auch heutzutage noch in unserer Stadt. Wir bleiben in Troisdorf natürlich nicht von den allgemeinen Entwicklungen verschont, und die Gewerbesteuereinnahmen gehen auch bei uns aktuell zurück.

Dennoch haben wir in Troisdorf viele Unternehmerinnen und Unternehmer, die hier großartige Produkte und Dienstleistungen entwickeln, anbieten und teilweise weltweit damit erfolgreich sind. Mit vielen hoch motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Die Aufgabe von Politik kann es meiner Meinung nach nicht sein, zu überlegen, wie man möglichst viel von den Unternehmensgewinnen in die Staatskasse umlenken kann oder wie man den Unternehmen hirnrissige Weltrettungsfantasien aufzwingen kann.

Denn wenn es den Unternehmen gut geht, dann geht es auch den Menschen in dieser Stadt gut. Den vielen Frauen und Männer, die hier tolle Arbeit leisten.

In meiner Funktion als Bürgermeister ist es gerade jetzt, in Zeiten, wo es nicht so läuft, wie wir uns das alle wünschen, mir ist es gerade jetzt wichtig, dass unsere Unternehmen wissen: Die Stadt Troisdorf steht zu ihren Unternehmen. Wir schätzen es wert, wenn jemand Arbeitsplätze für andere Menschen schafft.

Im Kosovo konnte ich auch erfahren, wie hoch angesehen wir Deutschen sind, als verlässliche Partner, besonders im Wirtschaftsleben.

Während den Amerikanern ja mitunter nachgesagt wird, in kurzfristigen Gewinnmargen zu denken, schätzt man an uns die langfristige Perspektive, den Willen, etwas von Dauer und mit weiter Zukunftsperspektive zu schaffen.

Deshalb ist auch so alarmierend, wenn große alteingesessene Konzerne wegen der Energiekosten Produktionsstätten ins Ausland verlegen.

Die langfristige Perspektive, sie fehlt leider häufig auch in der Troisdorfer Kommunalpolitik. Ich nenne als Beispiel die Diskussionen um den Haushalt der Stadt.

Außer der CDU ist bisher keine Partei bereit gewesen, in vollem Umfang Verantwortung dafür zu übernehmen, dass wir als Stadt handlungsfähig bleiben.

Die Erhöhung der Grundsteuer B war leider notwendig. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte man das schon früher und dann auch moderater machen müssen. Aber auch hierfür gab es keine Mehrheit.

Denn im Rat hat die CDU keine Mehrheit und wir haben auch keine Koalition oder Ähnliches. Dadurch wird jede Abstimmung zur Überraschung.

Aktuell diskutieren wir darüber, wie wir die Kosten für die Kitas und die Tagespflege etwas gerechter verteilen. An dieser Stelle fehlt uns im Haushalt mehr als eine Million Euro. Das sind Fragen, die mit darüber entscheiden, ob wir als Stadt weiterhin selber entscheiden können, wofür das Steuergeld der Troisdorferinnen und Troisdorfer genutzt wird.

Ebenfalls allein auf weiter Flur steht die CDU mit ihrem Anliegen, die Situation in der Fußgängerzone zu verbessern. Für die Geschäftsleute, aber auch für alle Menschen, die dort einkaufen oder flanieren möchten.

Ein Alkoholverbot könnte uns da weiterhelfen. Doch hierfür gab es keine Mehrheit. Umso erfreulicher ist es, dass sich eine Gruppe von Troisdorferinnen und Troisdorfern zusammengefunden hat, die seit ein paar Wochen Unterschriften für ein Bürgerbegehren sammeln. Mit dem Ziel, dass der Rat sich noch einmal mit dem Thema befasst und vielleicht doch ein Alkoholverbot beschließt oder die Bürger stellvertretend für den Stadtrat entscheiden dürfen.

Das wäre sinnvoll, weil unser Ordnungsamt dann eine rechtliche Handhabe hätte, um bei Trinkgelagen in der Fußgängerzone eingreifen zu können. Übrigens können Sie auch heute Abend hier unterschreiben, sollten Sie das noch nicht getan haben.

Wenn der politische Wille da ist, dann kann man sehr wohl etwas für Sicherheit und Ordnung tun. Dafür steht in besonderer Weise unser nordrhein-westfälischer Innenminister Herbert Reul. Den hatten wir für heute als Gastredner eingeladen, aber für die Genesung einer Hüft-OP musste er leider absagen.

In Nordrhein-Westfalen wird im kommenden Jahr ein neuer Landtag gewählt. Ich würde mir wünschen, dass wir auch auf Landesebene bei Gesetzen und Verordnungen einen durchschlagenden Bürokratieabbau erleben.

Ich kann Ihnen als Beispiel zwei Projekte nennen, wo überzogene Umweltgesetze verhindern, dass die Menschen von A nach B kommen können.

Das eine ist der kleine unscheinbare Fußweg über einen Altarm der Sieg in Bergheim, die Oberste Fähr. Seit Jahren würden wir diesen Steg gerne reparieren. Das ausufernde Umweltrecht verhindert es. Zum Nachteil der Menschen. Die sich im Übrigen natürlich trotzdem nicht davon abhalten lassen, diesen schönen Weg zu nutzen.

Das zweite Beispiel ist die Melanbogenbrücke über die Sieg zwischen Friedrich-Wilhelms-Hütte und Menden. Auch hier verhindert das Umweltrecht seit vielen Jahren, dass der Neubau schnell und unkompliziert endlich begonnen wird und auch wieder schwerere Fahrzeuge und Lastwagen über diese wichtige Brücke fahren können. Wegen der Umweltauflagen wird das aber noch Jahre dauern.

Das sind Vorgänge, die mich fassungslos machen. Und die uns als CDU auch sehr intensiv darüber nachdenken lassen sollten, mit wem wir künftig noch Politik machen können. Eine Politik, die die Bedürfnisse der Menschen ernst nimmt und die unsere Betriebe und Unternehmen unterstützt, statt sie zu blockieren.

Gleich wird unsere Landtagsabgeordnete Katharina Gebauer Ihnen ein paar aktuelle Einblicke in die Landespolitik geben. Kathi, herzlich willkommen, schön, dass Du bei uns bist.

Die Konstellation im Landtag wird nach der Wahl im April des kommenden Jahres eine andere sein als jetzt. Erste Umfragen zeigen, dass auch hier bei uns in den Landtagswahlkreisen nicht mehr die SPD der entscheidende Mitbewerber ist, sondern die AfD.

Mit Katharina Gebauer haben wir eine erfahrene und vor allem glaubwürdige Vertreterin für unsere Stadt im Landtag, die unsere volle Unterstützung bekommt. Damit unsere Region auch in Zukunft aus der Mitte der Gesellschaft in Düsseldorf vertreten wird.

Meine Damen und Herren, in der Mitte der Gesellschaft und mitten in der CDU, da stehen auch die vier Mitglieder unserer Partei, die wir jetzt ehren möchten.

Dafür darf ich unseren Mitgliederbeauftragten Jan Günther zu mir bitten.

Und bis er bei mir ist, darf ich Sie bitten: Bleiben Sie uns gewogen. Es sind keine einfachen Zeiten. Die CDU wird aber alles dafür tun, um unserer Heimat eine gute Zukunft zu sichern. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!"