Der CDU-Fraktionsvorsitzende Friedhelm Herrmann macht auf die Tragweite der unterschiedlichen Entscheidungsoptionen aufmerksam:
„Ein Neubau in dieser Größenordnung bedeutet nicht nur eine einmalige Investition, sondern eine dauerhafte Belastung unseres Haushalts über Jahrzehnte hinweg. Wir sprechen bei einem Neubau nach derzeitigem Sachstand über Investitionskosten in Höhe von bis zu 13,5 Millionen Euro und entsprechend hohen jährlichen Belastungen der Stadt von vielen hunderttausend Euro. Die Laufenden Belastungen setzen sich zusammen aus Abschreibungen, Zinsen sowie laufende Betriebs- und Unterhaltungskosten. Eine angemessene Sanierung am bestehenden Standort könnte hingegen etwa für die Hälfte der Kosten der ursprünglich benannten Neubauvariante umgesetzt werden. Bei Förderung lassen sich die Sanierungskosten für die Stadt noch deutlicher reduzieren.“
In der erste Fördertranche der Infrastrukturmitteln des Bundes wurde von der Stadtverwaltung eingereichte Antrag zur Förderung der Halle in Altenrath aktuell nicht berücksichtigt. Dennoch besteht bei weiteren Tranchen eine Chance Zuschüsse dafür zu bekommen. Bei einem Neubau gibt es diese Förderung nicht.
Die stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Adriane Schult betont die Konsequenzen für die Stadt: „Jeder Euro, der über Jahrzehnte kreditfinanziert in einem Neubau gebunden wird, fehlt bei unseren Schulen, aber auch bei den Kitas und der Infrastruktur. In der aktuellen Haushaltslage können wir uns solche falsch gesetzten Prioritäten nicht leisten. Deshalb sollen nun die Bürgerinnen und Bürger der ganzen Stadt darüber entscheiden können.“
Aus Sicht der CDU-Fraktion rechtfertigt die vorliegende Faktenlage keinen Neubau, da insbesondere die Mitnutzung durch eine Schule fehlt. Die Auslastungszahlen der Jahre 2025 und 2026 zeigen für den Stadtteil Altenrath auch keinen strukturellen Kapazitätsengpass bei den Nutzungszeiten der Halle.
„Der bislang benannte Bedarf ist aus Sicht der CDU-Fraktion so nicht vorhanden und rechtfertigt keine Ausgaben für übertriebene Ansprüche“, resümiert der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Simon Blankenheim. „Weder das angeführte Turnierargument noch einzelne Veranstaltungsaspekte legitimieren zusätzliche Ausgaben in Millionenhöhe. Eine modernisierte Einfeldhalle, die durch eine gezielte Sanierung erreicht werden kann, entspricht funktional dem angestrebten Standard für einen Stadtteil diese Größe.“
Mit dem beantragten Ratsbürgerentscheid möchte die CDU die Entscheidung auf die höchste demokratische Ebene in Troisdorf heben: die der Bürgerinnen und Bürger. Anforderungen an besonders hohe Standards, für die es keine objektiv belegbaren Erfordernisse und Notwendigkeiten gibt, würden von allen Steuer- und Gebührenzahlern der Stadt getragen werden müssen. Deshalb ist es nur folgerichtig, dass auch alle Bürgerinnen und Bürger darüber entscheiden, ob sie ein solches Projekt in Altenrath mitfinanzieren möchten.

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